Montag, 19. September 2011

...und ich kann endlich das Wort "Yaourt" aussprechen!

(was übrigens soviel wie Joghurt heißt)

Es ist Montag und somit geht wieder die wöchentliche Arbeit los - allerdings erst um halb fünf abends. :)

Die letzte Woche war anstrengend, ich hab mir eine Erkältung von "meinen" Kindern eingefangen, die am mich am Dienstag so richtig schön fertiggemacht hat. Dienstagabend war auch das erste große Au-Pair-Treffen in einem Christus-Kirchen-Gemeindesaal, war nichts Spektakuläres, aber vielleicht werd ich sonntags alle zwei Wochen mit Linda dort Waffeln backen (den Gottesdienst davor muss man nicht besuchen, wir sind wirklich nur für die Verpflegung zuständig), für die Mädels, die da am Meisten Waffeln gebacken haben, wird am Ende des Jahren nämlich eine Fahrt sozusagen "gesponsert".

Ich hab das Treffen auch relativ schnell wieder verlassen, es wurde trotzdem zwölf, bis ich daheim war, und am nächsten Tag (Mittwoch) musste ich ja früh raus und mich den ganzen Tag um die Kinder kümmern.
Es war letzten Mittwoch ganz schön, das Wetter war toll und ich konnte die Kinder mit Karussellfahren und einem Eis bestechen. ;)
Am Donnerstagabend musste ich Babysitten, das war mit der Kleinen etwas anstrengend, sie hat ziemlich viel geweint und wollte, dass ihre Eltern heimkommen.
Schließlich hab ich die Kinder doch noch heil und gerade so noch nicht zu spät ins Bett gebracht (mit einer ewig langen Barbar-Geschichte, die meine angeschlagene Stimme völlig ruiniert hat) und hab es mir danach mit einem Buch und viel Tee im Sessel im Wohnzimmer gemütlich gemacht.
Leider dachte ich, dass ich nicht einschlafen dürfe, falls etwas sei, also hab ich wirklich bis zur Erschöpfung um halb eins gelesen und mich dann doch auf die Couch gelegt und bin eingeschlafen.
Um halb zwei kam dann Nathalie heim und hat mich erlöst. ^^
Der nächste Tag sollte auch eher meiner Genesung und dem Ausschlafen gewidmet sein, zumindest bis Linda anrief und mich fragte, ob wir bei dem schönen Wetter zur Sacre Coeur fahren wollten.
Unglücklicherweise war ich gerade in einem weit entfernten Carrefour und kaufte ein.
Ich hab mich also beeilt, zur Kasse zu kommen, bei der allerdings drei Omis mit voll bepackten Einkaufswägen vor mir standen, die mich - die ich gerade mal eine Packung Zahnbürsten, eine Thermoskanne und Zahnpasta hatte - natürlich nicht vorließen. Da nicht nur die Omis, sondern auch das französische Verkaufspersonal unheimlich schnell waren, kam ich nach einer dreiviertelstunde endlich aus diesem Carrefour raus. Schließlich sind wir dann aber doch noch nach fünfmaligem Umentscheiden zur Sacre Coeur gefahren und haben uns dort jedoch wegen Zeitmangels nur die Touristen-Einkaufsgasse angesehen.
Ich hab wieder viel zu viel gekauft. :)

Dieses  Wochenende waren die <<journées de patrimoine>>, also in etwa Nationalfeiertage, an denen einmal im Jahr Museen kostenlos und Sachen wie die <<Assemblée Nationale>> (= frz. Reichstag) für die Allgemeinheit geöffnet sind.
Wir waren auch in der <<Assemblée Nationale>> am Samstag in der früh, danach sind wir zu mir gefahren, ich habe Linda und mir Rührei mit Schinken gemacht, und danach sind wir ins <<Musée du vin>>.
Das war zum Glück kostenlos, denn die Ausstellung war etwas dürftig und vom Weinmachen haben wir dank tausender Fachbegriffe auch kein Wort verstanden. :D

Abends sind wir zu Linda gefahren, haben noch zufällig Michèl auf der Straße aufgegabelt, haben uns Kekse und Abendessen (Erbsen und Karotten!) gekauft und sind zu ihr, Teetrinken, Kekseessen und Filmschauen.
Ein sehr gelungener Tag! :)

Gestern früh haben wir mit Lindas Famille d'accueil die pariser Kanalisation besichtigt, war eine ganz tolle Ausstellung, es soll manchmal etwas gestunken haben, doch dank meinem Schnupfen hab ich davon nichts gerochen. ;)
Wir haben noch an Dianas Unfallstelle vorbeigeschaut, weil die Brücke gleich da war und eh auf unserem Weg zu Métro lag...

Danach war ich das erste mal in einem pariser McDonalds, kein Unterschied zum deutschen, außer dass es etwas teurer ist.
Wir wollten eigentlich auf einen Flohmarkt, der war in einem etwas zwielichtigen Viertel und hat sich schließlich nicht als Flohmarkt, sondern eher als türkischer Tshirt-und-gefälschte-CDs-Handel herausgestellt und daher sind wir auch nicht sonderlich lange dort geblieben.
Abends hab ich mir eine Rataouille, mit Käse überbacken, gemacht, die ist superlecker und mir bleibt auch noch etwas für heute mittag (und wies aussieht auch noch für heute abend).
Ich hab mich auch schon an der frz. Bank-Internetseite versucht, komm damit aber irgendwie nicht zurecht und muss wohl mal Nathalie oder Hugues um Hilfe fragen...

Morgen früh versuchen Linda und ich uns wohl mal an einem pariser Schwimmbad. :)

Bisous, hier ist immer was los, votre Miri!

Mittwoch, 7. September 2011

Two Worlds - One Family

die Überschrift beschreibt es ganz gut. :)
Die letzte Zeit war nicht einfach, nicht grässlich oder <<horrible>>, aber auch nicht immer spaßig und wunderschön.
Jules kam letzte Woche Dienstag heim und die Woche war wirklich sehr sehr stressig.
Da beide Kinder noch Ferien hatten, hieß es für mich wirklich arbeiten von acht Uhr morgens bis neun Uhr abends.
Jules war auch nicht einfach, er braucht strikte Regeln und da ich noch sehr unsicher war und es mir nicht gleich mit ihm verscherzen wollte, war die Anfangszeit mit ihm nicht leicht. Er mag Au-Pairs schon allein der Arbeit wegen nicht, weil das ja bedeutet, dass seine Eltern nicht wirklich viel Zeit für ihn haben.
Also war das ein bisschen ein Kampf, mit wirklichen Attacken und Auseinandersetzungen, aber auch mit vielen klärenden Gesprächen und Erkenntnissen.

Nun läuft es besser, wie es wohl so heißt: Aller Anfang ist schwer...
Alice kuschelt nun mit mir und Jules benimmt sich und wir reden sehr gerne miteinander, ich lasse mir gern Begriffe erklären und er möchte viel aus Deutschland wissen und wie es bei mir zu Hause so ist. :)

Montag habe ich beim ersten Zusammenkommen meiner Organisation schon viele tolle Leute kennengelernt und wir sind nach dem Treffen auch gleich losgezogen, Paris Langues (meine Sprachschule) zu inspizieren.
Wir waren zu viert: Joana, die im selben Arrondissement wie ich wohnt, Linda, mit der ich gestern bei der Schule die Voreinschreibung gemacht habe, und Michèl aus Berlin, ein jeune garcon au pair.
Die Einschreibung ist nun doch etwas kompliziert, ich hoffe, dass Linda und ich es schaffen, morgen endlich den Sprachtest zu machen.
Nach der Inspektion waren wir noch in einem hübschen Dönerladen etwas essen, das in unserer Preiklasse lag. ;)
Morgen gehe ich mit Joana etwas essen, mal schauen, ob wir etwas Hübsches und günstiges finden- wenn wirklich, ich hab ja nun das Running-Sushi neben meinem Appartement entdeckt. :D

Nun ist die Schule für die Kinder losgegangen, über was ich eigentlich ganz froh bin, die letzte Woche war einfach immer Mittwoch für mich.
Das ist so, weil mittwochs die Kinder in Frankreich keine Schule haben und ich mich - wie heute auch - den ganzen Tag um sie kümmere. Eine ganze Woche lang verlangt einem das schon Einiges ab...

Heute war ein lustiger Tag...
Alles lief irgendwie chaotisch und ich war irgendwie etwas neben der Spur.
In der früh sollte ich mit den Kindern Passbilder für die Schule schießen, auf denen sie glücklicherweise lachen durften.
Das war schon super, erst einmal haben wir den Automaten im Einkaufszentrum nicht gefunden und sind ewig mit dem Aufzug hoch und runter gefahren, dann hab ich mit Jules ein falsches(großes) Bild geschossen, für das ich fünf Euro in den Automaten gesteckt hatte, als mir auffiel, dass der kein Rückgeld gibt. :(
Gut, drei Euro umsonst gezahlt.
Weiter gings damit, dass der Automat wirklich nur 5-Euro-Scheine nimmt und ich nur noch einen Zwanziger hatte.
Also Aufzug wieder hoch, Geld gewechselt, Aufzug wieder runter.
dann schließlich doch noch die richtigen Bilder geschossen.
Danach sind wir in den Park. Als wir wieder daheim waren, wollte Jules unbedingt seinen dreckigen(!) Ball mit in die Wohnung nehmen, was ein riesiges Theater gab und wobei ich wirklich sauer wurde.
Also, Ball weggesperrt und Cityroller für den Park für heute verboten.
Dann hab ich Mittagessen gemacht, bei angespannter Stimmung wurde dann gegessen.
Danach macht Alice normalerweise Mittagsschlaf, also Alice ins Bett gebracht, Jules für eine Stunde vor den Fernseher.
Seh ich eine SMS von Nathalie: Alice heute zum Mittagsschlaf keine Windel anziehen, da es die in der Schule auch nicht gibt. Wär kein Problem gewesen, sie hätte eh keine angehabt, hätte ich die SMS beim ersten Lesen gleich richtig verstanden.
So hab ich gedacht: "Oh heute kein Mittagsschlaf für Alice, weil es sowas in der Schule auch nicht gitb" (ich kannta das Wort für Windeln nicht.)
So, super, Alice aufgeweckt, sozusagen aus dem Bett geworfen, mit Jules vor den Fernseher gesetzt.
Glücklicherweise war meine Armbanduhr kurz stehengeblieben und ich hab die Uhrzeit mit dem Handy überprüft. Hab die SMS nochmal gelesen - Mist...
Alice wieder ins Bett verfrachtet. :D
Wenig später war sie wach und wir sind wieder in den Park getigert.
Das Rollerverbot für heute hat allerdings wenig gebracht, denn im Park war ein sehr netter Junge, der Jules seinen Roller zur Verfügung gestellt hat grrrrr....
Waren wir eine halbe Stunde im Park, fiel mir ein, dass ich vergessen hatte, die Wäsche in den Trockner zu tun, die schon längst fertig war.
Also, Kinder gepackt, ab nach Hause - Wäsche in Trockner - Alice wieder die Schuhe, derer sie sich erfolgreich entledigt hatte, wieder anziehen - zurück in den Park.
Dann war das Chaos glücklicherweise zu Ende. :)

Im Park hab ich dann noch meine Freundin Anika, ein Au Pair einer anderen Organisation, getroffen und ein sehr nettes älteres Franzosenpärchen, die eine gemischte Familie haben und auf die zweisprchig(dt/frz) aufwachsenden Söhne (Jean-Claude und Karl!) aufpassen.

Nach dem Park hab ich noch die Kinder gebadet/ geduscht und dann Nudeln für alle gemacht, was beides sehr sehr schön geklappt hat.

Nun bin ich saumüde und geh ins Bett. :)

Bisous, votre Miri