ein tolles Wochenende in der Normandie bei durchschnittlich gefühlten 55°C im Schatten.
Expressions:
Jules zu seiner dreijährigen Schwester, die ihn anschieben muss, während er auf einem Spielzeugtraktor sitzt:
"Beweg deinen Arsch!"
- auf einen sauren Blick von mir hin:
"Beweg deinen Arsch... bitte..."
Ein französisches Abendessen mit den Nachbarn, die ich bis dahin noch nicht kannte; Bei der Verabschiedung:
"Danke, Miriam, für dein tolles Französisch!"
Jules und ich geben uns Indianernamen; Jules: "Ich bin Mutig-Und-Intelligent. Du bist Nett-Und-Vorsichtig"
Aha?! :D
Impressions:
Die Sonne scheint mir ins Gesicht, der Wind trägt Staub und Sand herbei.
Der staubige Boden, auf dem ich sitze, ist hart und warm.
Ringsherum kein Mensch in Sicht, kein Auto, kein Haus.
Fünf Meter von mir weg spielen Fohlen auf der Weide, die Stuten grasen.
Die Sonne rötet meine Haut.
In meinem Zimmer ist es kalt, es liegt auf der Nordseite und hat einen Fließenboden.
Meine Beine sind von Brombeersträuchern zerstochen, ich habe meinen ersten Sonnenbrand.
Es geht mir blendend.
Ich probiere Tshirts von Nathalie an, die ihr zu klein geworden sind.
Es sind schöne Shirts, ich werde sie fast alle behalten.
Fünf Minuten Tennisspielen mit Jules, schweißgebadet.
Alice stellt sich in die Mitte des Courts, sie will Aufmerksamkeit.
Oma und Opa sind gerade angekommen, Alice pflückt hübsche kleine gelbe Blümchen für Oma.
Opa liest Lucky Luke-Comics von Jules, wir sitzen mit eisgekühlten Getränken auf der Terasse, die Vögel zwitschern.
Alice lässt sich von Oma auf der Schaukel anschubsen, während Opa mit Jules Fangen spielt.
Eine glückliche Familie.
Der Abend ist warm.
Das Fleisch liegt in dem riesigen Kamin auf dem Grill, ich erzähle der Nachbarin wie die Landschaft in Bayern ist und wie ich mich in Frankreich fühle.
Wir sitzen am Tisch, vier Franzosen und ich, essen mit wunderschönem Besteck das blutrote Fleisch, es schmeckt deliziös.
Ich verstehe die Witze am Tisch, ich muss nicht mehr so tun, als würde ich sie verstehen, um mitlachen zu können.
Die Nachbarn waren sehr nett.
Ich sitze eingequetscht zwischen Jules Kindersitz und der Autotür.
Alle drei Meter geht ein Mensch auf dem Gehsteig, wir sind nicht mehr allein.
Die Häuser ragen wie unüberwindbare Wände vor mir auf.
Ich stelle mir vor, es gäbe ein Erdbeben, die Häuserfronten scheinen auf mich einzustürzen.
Das Bauchweh wird schlimmer.