Montag, 12. Dezember 2011

La journée parfaite


La journée parfaite

Heute war ein perfekter Tag. Es ist mir heute etwas Wundervolles passiert.
Am Morgen war ich im Chor (leider wie immer verspätet), habe gesungen und nebenbei mit meiner Sitznachbarin Büchertipps getauscht, da sie so angetan von „Le Parfum“ war.
Danach war ich im Gottesdienst, der heute mit einem wundervollen Krippenspiel bereichert war, und habe mich auf meinen Platz  – man könnte ihn schon fast „Stammplatz“ nennen – in der rechten hinteren Ecke gesetzt, der immer frei ist, da man dort recht ungestört hinter einer Säule sitzt . Um meinen Freundinnen „Hallo“ zu sagen, die das Krippenspiel organisiert hatten und somit ganz vorne saßen. Als ich mich wieder nach meinem Platz und meinen Sachen umsehen wollte, sprach mich eine Frau auf Deutsch an, die ich zwar kannte, von woher hatte ich jedoch vergessen. Ich war an diesem Morgen nach dem Chor so auf Deutsch geprägt, dass ich erst merkte, dass die Frau Französin war, als sie mir erklärte, sie sei mit ihren Enkeln hier, da ihr Enkelsohn seit einem Jahr Deutsch in der Schule hatte.
Da ich gerade extrem gut gelaunt war, habe ich ihn einfach nett gefragt, wie es ihm geht, und zu meiner Überraschung antwortete der Knirps in akzentfreiem Deutsch, es ginge ihm gut.
Als ich schließlich wieder in meiner stillen Ecke saß und minutenlang darüber gegrübelt hatte, woher ich denn nun diese Frau kannte, fiel es mir wie Schuppen von den Augen:
Diese Frau wohnt mit ihrem behinderten Mann in der Wohnung genau über meiner Gastfamilie, das heißt, im selben Gebäude wie ich.
Ich hatte sie nicht erkannt, da sie ihren Mann nicht dabeihatte und normalerweise kannte ich sie nur von kurzen Begrüßungen im Hausflur oder auf der Straße. Ihr Mann kann seine linke Hand nicht benutzen und tut sich sehr schwer mit dem Gehen, ich habe auch das Gefühl, dass er manchmal sehr schlecht sieht und seine Außenwelt nur am Gehör erkennt, dennoch war es heute anders, weshalb ich mir nicht sicher bin. Vermutlich hatte er einen Schlaganfall.
Glücklich über die neu gewonnene Erkenntnis habe ich mir dann noch das wundervolle Krippenspiel angesehen und auf das Ende der Messe gewartet.
Zum Glück hatte ich mich heute nicht für das allsonntägliche Waffelbacken eintragen lassen, eigentlich mit der Absicht, heute zum ersten Mal seit Monaten wieder etwas Sport zu machen, nämlich etwas für mich völlig untypisches: Laufen, und um mir den Stress und den Geruch von heißem Fett einmal zu ersparen.
Als es soweit war, ging die Frau mit ihren beiden Enkeln an mir vorbei und ich stand auf, um mich höflich von ihr zu verabschieden, als sie mir anbot, mich mit heim zu nehmen, da sie mit dem Auto da sei. Da die Busverbindung sonntags zur Kirche k*cke ist und man bis zur dreckigen, mit komischen Leuten gefüllten Métro in jede Richtung eine Viertelstunde laufen und danach dreimal umsteigen muss, nahm ich das Angebot gerne an.
Wir marschierten also in Richtung Auto und ich bot mich an, ihre zahlreichen Bücher, die sie gekauft hatte, zu tragen. Als wir das Auto erreichten, fiel ihr noch ein, beim Obstladen gegenüber etwas Obst für sich und ihre Enkel zu kaufen und so tigerten wir denn mal zum Obstladen auf der anderen Straßenseite. Und da geschah das erste Wunder des Tages:
Sie fragte mich, ob ich Mandarinen möge und auf meine Zustimmung hin kaufte sie mir die gleiche Menge wie für sich und fragte den Verkäufer noch nach der besten Qualität.
Im Auto hatte ich dann ein wenig ihre zweijährige Enkelin mit den Bildern in den Büchern, die ich trug, unterhalten. Und als wir zuhause ankamen, geschah das nächste Wunder:
Sie lud mich zum Mittagessen zu sich ein, und da ich schon mit den Gedanken bei den Nudeln war, an denen ich schon drei Tage allein in meinem Zimmer aß, nahm ich auch diesmal dankend an.
So verabredeten wir uns für halb zwei bei ihr im dritten Stock.
Kaum war ich in meinem Zimmerchen angekommen, erwischte es mich eiskalt:
Was  sollte ich nur als Gastgeschenk mitnehmen?!
Möglichkeiten (Possibilités):
-          Angefressener, herrlich duftender Camembert von Franprix
-          Deutsches Buch (da sie sich für Deutschland interessierte) – leider keine gute Lösung, denn das einzige, das ich dahabe, ist „Die Physiker“ von Dürrenmatt und gehört nichtmal mir, sondern meinem Exfreund – das schied also aus
-          Französisches Buch – schied leider aus, da sich die Bücher, die ich mir gekauft hatte, eher nicht für eine weise Frau eigneten und sie sowieso genug Geld hat, um sich Bücher zu kaufen, die ihr auch gefallen
-          Süßigkeiten
-          Selbstgebackene Plätzchen, die leider etwas unsüß und sehr sättigend geworden sind
Ich entschied mich für die letzte Möglichkeit, die erschien mir doch als etwas persönlicher und noch dazu nicht käuflich. Glücklicherweise hatte ich die noch nicht alles gegessen…
So stand ich denn um kurz vor halb zwei vor der Tür und traute mich nicht, zu klingeln.
Es ist in Frankreich eher unhöflich, pünktlich oder gar zu früh zu kommen, aber ich war so aufgeregt, dass ich auch gleichzeitig Angst hatte, zu spät zu kommen. Also hab ich noch ein wenig auf mein Handy geguckt, die Tür bewundert und dann schließlich doch geklingelt.
Es machten mir auch gleich mit einigem Lärm die beiden Kinder auf und da ich eh immer noch etwas zu früh war, machte es mir auch nichts aus, als die Frau mir sagte, sie sei fast fertig mit dem Essen und ich solle doch derweil auf dem Sofa Platz nehmen.
So unterhielt ich mich mit den Kindern, ich war unheimlich beeindruckt von Bartholomé, 11 Jahre, der sich unglaublich erwachsen benommen hat, mich unterhielt und gleichzeitig auf seine Schwester aufpasste. Danach schob er seinen Großvater, der im Rollstuhl saß, in den Salon an den Esstisch. Dieser begrüßte mich sehr herzlich und gab mir zu meiner großen Überraschung einen Handkuss, was mir bisher noch nie passiert ist. Nachdem sich die kleine Enkeltochter noch mit mir hinter einen riesigen Canapé, das vor einem immensen alten Wandteppich stand, verstecken wollte, kam auch schon die Dame mit einem Servierwagen in den Salon und wies die Plätze zu. Ich saß gegenüber der Gastgeberin und zur Rechten des Hausherrn, rechts von mir die Kinder.
Es gibt eine goldene Regel bei den Franzosen bei Tisch. Die lautet:
Eine Frau schenkt sich nie selbst Alkohol ein, schon  gar nicht Wein, egal ob roten oder weißen. Der Mann hat dafür zu sorgen, dass die Gläser bei Tisch immer gut gefüllt sind.
Diese goldene Regel habe ich zum ersten Mal richtig hier im dritten Stock erlebt, als mir klar wurde, dass der elfjährige Junge aufgrund der Behinderung des Opas die Rolle des Gastgebers übernommen hatte und allen Champagner einschenkte. Es war ein unheimlich schönes Essen, es gab recht merkwürdige Blumenkohl-Fricadellen mit Pilzen, danach Purée, Käse, als Dessert Apfel- und Birnentarte und danach noch Pralinen. Der betagte Herr hatte mich zuvor noch in einem unglaublich etablierten Französisch gefragt, ob ich einen Toast auf die deutsch-französische Freundschaft annehmen würde und auf mein „Avec plaisir“ hin haben wir gemeinsam angestoßen und ich war ernsthaft erfreut über soviel Annäherung zweier Kulturen und so unglaublich große Gastfreundschaft bei einer solchen Familie, die es wohl als letzte nötig hätte, eine 18 jährige Ausländerin mit recht annehmbaren Französisch einzuladen, die weder Geld hat noch Beziehungen und die einfach nur „nounou“ zweier Nachbarskinder ist.
Ich habe beim Tischabräumen geholfen, erstens, um einen guten Eindruck zu hinterlassen, und außerdem wollte ich zweitens einmal den Servierwagen fahren…
Nach dem Essen haben sich die nette Dame und ich noch kurz in der Küche über Politik unterhalten und über die prekäre Lage der deutsch-französischen Zusammenarbeit, wenn Sarkozy Holland weichen muss, danach wurden die Kinder zum Siesta-Machen geschickt (auf dem riesigen Canapé vor dem Wandteppich), und ich habe mit dem Herrn angefangen, Kaffee zu trinken, wobei er mir den Unterschied  der Wortbedeutungen zwischen einem Sessel und einem schicken Ohrensessel erklärte. Danach habe ich ihm noch geholfen, die Zeitung zu lesen und schließlich hat er sich verabschiedet, um ein wenig auszuruhen.
Die Verabschiedung war ebenfalls etwas Besonderes, in Deutschland bedankt sich immer der Gast, eingeladen worden zu sein, hier bedankte sich das Ehepaar unzählige Male dafür, dass ich die Einladung angenommen hatte. Nachdem sich also zu meiner Verblüffung der nette Herr so dankbar gezeigt hatte, dass ich gekommen war, wünschte er mir noch einen schönen Tag, drehte sich um und fuhr mit dem Rollstuhl drei Meter von mir weg, um sich mit dem Rücken zu mir auszuruhen. Das war aber total in Ordnung, da er sich ja vorher wie es sich gehörte, von mir verabschiedet hatte. Danach habe ich noch eine wunderbare halbe Stunde mit der Dame Kaffe getrunken, wir haben uns über unsere Familien unterhalten, uns Geschichten erzählt und sie hat mir ein paar Worte beigebracht, beispielsweise den Unterschied zwischen einer Mauer und einer Wand. Solche Feinheiten in der Sprache sind der Schlüssel zur Kultur und ich bin ihr sehr dankbar für dieses Wissen.
Danach haben wir uns herzlich verabschiedet und damit endete auch schon mein wundersames Erlebnis. Ich war danach im Nieselregen zum ersten Mal seit vier Monaten joggen um ein bisschen über das Geschehen nachzudenken und mich einfach zu freuen, danach war ich heiß duschen und habe den restlichen Abend lesend mit Tee im Bett verbracht, um dann nachts vor lauter kreisenden Gedanken über dieses Mittagessen nicht einschlafen zu können.
So habe ich mich entschlossen, dies alles hier festzuhalten, um ja kein Detail eines Tages zu vergessen.

« On ne voit bien qu’avec le coeur. L’essentiel est invisible pour les yeux.  »
de Antoine de Saint-Exupéry (Le Petit Prince)

Sonntag, 27. November 2011

Samstag, 5. November 2011

le pays des merveilles

Meine fünftägigen spontanen Ferien sind um und nun ist schon wieder Wochenende. :)

Meine Schulferien und die der Kinder sind um, in der ersten Woche musste ich wie sonst durchschnittlich arbeiten, nur war alles etwas chaotischer.
Montag war der dritte Geburtstag der Kleinen, ich musste zwar den ganzen Tag arbeiten und hatte mich schon auf ein riesen Halligalli eingestellt, aber es hielt sich glücklicherweise sehr in Grenzen, es stürmte keine wilde Kinderhorde ins Haus, wir spielten zu dritt, machten Gemälde mit getrockneten Blättern und gingen in den Park. Am Nachmittag nach der Siesta waren wir wieder im Park und haben ein Geburtstagsgeschenk ausprobiert, nämlich einen Drachen, der übrigens auf französisch "Fliegender Hirsch" heißt.
Der flog mangels Wind nicht wirklich hoch, man musste ständig mit dem Ding wie ein Verrückter im Park herumrennen, aber das hat zu meiner Erleichterung Jules übernommen, dem das total Spaß gemacht hat und der danach auch dementsprechend fertig war. ;)

Dienstag waren die Kinder in einer Ferienbetreuung, Jules ist mit der "Organisation" ins Kino gegangen, ich musste die Kinder also sogar erst eine Stunde später abholen als gewöhnlich in der Schulzeit, also um halb sechs abends. Da bin ich mit ihnen noch ein wenig in den Park gegangen und dann etwas verspätet nach Hause, weil die Kinder einfach so schön mit ihren Freunden gespielt haben.
Mittwoch war ich wieder den ganzen Tag beschäftigt, was aber wirklich einfach verlief, das Aufpassen auf die Kinder ist schon fast keine Arbeit mehr, man macht es gerne, ich bin mit ihnen viel an der frischen Luft (soweit die Luft in Pariser Parks frisch sein kann ;) ) und sie hören auf mich.
Donnerstag waren die wieder im Feriencenter und Freitag bis nach dem Mittagessen, Alice hat daheim Mittagsschlaf gehalten und danach waren wir - was für eine Überraschung - im Park.

Bis Freitagabend war es noch nicht sicher, ob ich mit aufs Land fahre oder nicht, eigentlich wollte ich mal wieder mit, da die Familie diesmal 4 Tage am Stück fuhr wegen der Ferien und die Abgeschiedenheit dort sehr günstig gewesen wäre, um mal die ganzen Hausaufgaben für meine Sprachenschule zu machen. :>
Da aber nicht sicher war, ob Freunde der Familie kämen, die dann mein Zimmer zum Übernachten gebraucht hätten, und da ich für mein Exposé Internetzugang brauchte, hab ich mich entschieden, in der Stadt zu bleiben.
Eine unheimlich gute Entscheidung!
Ich habe nicht nur meine Hausaufgaben bewältigt, sondern auch meine Ferien so richtig genossen:
Ich war mit Freunden samstags in einem schnuckeligen kleinen Theater, in dem ein kurzes Musical aufgeführt wurde. Die Geschichte über eine Autobahn war zwar nicht der Wahnsinn, dafür aber die Lieder und die Stimmen der Sänger und Sängerinnen, die ich aus nächster Nähe in der ersten Reihe genießen durfte.
Danach waren wir noch in einer kleinen Bar am A... von Paris weg, in der der Pastis nur 2 Euro (das ist garnichts!!) gekostet hat. Es liefen zwar immer die zwei gleichen Lieder in der Bar, mit Abwechslung hatte es der Inhaber wohl nicht so, dafür war es aber trotzdem schön, wir haben auch Erdnüsse dazubekommen - Nüsse sind unglaublicher Luxus in Paris - und die Stimmung war einfach total entspannt.
Sonntag war ich im Marinemuseum, was leider sehr theoretisch und technikfixiert ist, was aber nicht schlimm war, da ich als EU-Bürger unter 26 Jahren eh kostenlos reinkam, nachmittags  kam meine Freundin zum Filmschauen, danach sind wir ins Kino in Les Aventures de Tintin, schön animiert, der Anfang ist super, allerdings hat man das Gefühl, Spielberg hätte sich ein wenig übernommen, indem er die Comics mischt, die Hälfte der Kriminalfälle kratzt er nun an, schafft es aber nicht, sie aufzulösen, und der Schluss ist daher etwas gehetzt und hingeklatscht.
Dafür war das Kino total super, normale Filme am Wochenende für 4,20 Euro, für 3D zahlt man zwei Euro drauf, und wer noch keine Brille hat, kann die für nen Euro dazukaufen. Also alles in allem 7 Euro für einen brandneuen Kinofilm in 3D.
Montag habe ich mein Exposé fertig gemacht und abends gefeiert, dienstags war ich zum ersten Mal in meinem Leben Golfspielen und habe den Tag mit Gladiator und gutem Käse zum dîner ausklingen lassen.
Eigentlich hieß es, ich müsste am Mittwoch Vollzeit arbeiten, allerdings hat sich die Familie entschieden, noch einen Tag länger in der campagne zu bleiben, was mir noch einen Ruhetag beschert hat, den ich wirklich nur in der Bibliothek und lesend in meinem Zimmer verbracht habe.
So war Donnerstag mein erster Arbeitstag nach langem und auch für mich der erste Schultag nach den Ferien, und gestern habe ich Vormittags ein Blumenmuster für meinen Schrank entworfen und bis zu meiner Arbeitszeit am Nachmittag daran gearbeitet. Ich habe nun für drei Wochen mindestens genug von Filzstiften. :P


So, nun ist wieder Wochenende, wie herrlich, ich trinke Tee und lese mein wundervollstes Buch bis jetzt:
Der Pferdeflüsterer auf französisch (L'homme qui murmurait à l'oreille des chevaux), für 1,50 Euro gekauft, es ist einfach wundervoll und gut verständlich geschrieben.

Da es anfangs hieß, ich müsste heute abend Babysitten, habe ich nichts geplant heute und bin immernoch am Überlegen, ob ich nicht irgendwas anschauen oder einfach einen faulen Tag zuhause verbringen sollte. Der Laden mit den günstigen 20-Cent-Büchern (von dem ich auch den Pferdeflüsterer und Gladiator auf französisch für 3,50 Euro herhabe) würde mich reizen, aber ich habe doch schon soviele Bücher und sowenig Platz und Geld. :>

Bisous, votre Miri

Mittwoch, 2. November 2011

Grégoire - Soleil

On n'a pas le même drapeau,
Ni la même couleur de peau,
On n'a pas le même langage,
La même culture, les mêmes images.

On n'a pas les mêmes racines,
Les mêmes idoles qui nous fascinent,
Mais chacun de nous est vivant,
Avec la même couleur de sang.

Refrain

Et on a tous le même soleil,
Et la même lune sur nos sommeils,
Et on a tous une main à tendre,
Peut-on encore vraiment attendre?

On n'a pas les mêmes coutumes,
D'autres rites, d'autres costumes,
On n'a pas les mêmes histoires,
Mais nos mélanges fait l'histoire.

On n'a pas les mêmes parents,
Mais on est tous encore enfant,
Et tous issus d'un métissage,
Devenus fous mais nés si sages.

Refrain

Et on n'a tous le même soleil,
Et la même lune sur nos sommeils,
Et on n'a tous une main à tendre,
Peut-on encore vraiment attendre?

Car on a tous la même planète,
Qui nous supplie d'être moins bêtes,
Et on a tous une main à tendre,
Peut-on encore, vraiment attendre?

Une main avec nos différences,
Et le pouvoir d'en faire une chance.

Car on n'a tous le même soleil,
Et la même lune sur nos sommeils,
Et on n'a tous une main à tendre,
Peut-on encore vraiment attendre?

Car on n'a tous la même planète,
Qui nous supplie d'être moins bêtes,
Et on n'a tous une main à tendre,
Peut-on encore, vraiment attendre?

Car on a tous le même soleil,
Et la même lune sur nos sommeils,
Et on a tous une main à tendre,
Peut-on encore vraiment attendre?

Car on a tous le même soleil,
Et on a tous une main à tendre,
Peut-on encore seulement attendre?

Freitag, 14. Oktober 2011

Fais dodo, Alice ma petite sœur, fais dodo...

Nun ist es fast einen ganzen Monat her, dass ich zuletzt etwas gepostet habe...

Allem voran muss ich sagen, dass ich mich hier sehr wohl fühle, das Heimweh ist gewichen (auch dank meines ersten(!) eigenen Festnetztelefons, mit dem ich kostenlos nach Deutschland telefonieren kann) und ich habe den Mittelweg zwischen Deutschland und Frankreich, zwischen eigener Familie und Gasteltern, zwischen großer Schwester, Hausdrachen und Kumpel für die Kinder gefunden. :)

Es ist viel passiert im letzten Monat - wie könnte auch nicht viel passiert sein, ich bin in Paris, hier ist immer was los!
Ich werde versuchen, die Highlights zu beschreiben, die guten wie die schlechten, einiges werde ich vergessen, denn jeder Tag hier ist anders.
Nach meinem letzten Post war das erste Highlight eine Woche, in der ich mich mit den Kindern richtig gut, mit dem Vater dafür weniger gut verstanden habe.
Der kam immer gestresst und mit einem extremen <<mauvaise humeur>> nach Hause und hatte an einfach allem, was ich gemacht oder nicht gemacht hatte, etwas auszusetzen.
Einmal war ihm das Badewasser zu wenig und zu kalt, danach war es ihm zu viel und zu heiß, das Essen erst zu kalt, dann der Teller zu heiß usw usf...
Das hat mich abends ganz schön runtergezogen und ich hoffte jedes Mal, er würde doch noch ein klein wenig länger in der Arbeit bleiben, denn sobald er heimkam brach immer das Chaos aus.
Nathalie ist ihm dann glücklicherweise auch einmal beim dîner über den Mund gefahren, als er wieder grundlos etwas zu meckern hatte. Sie ist eine unheimlich tolle Gastmutter, meine Freundin, sie kann sich auf mich verlassen und ich mich auf sie, wir plaudern, sie bietet mir ständig Hilfe und Essen ;) an und nimmt mir auch so sehr viel Arbeit ab. In jener Woche hat sie sich sehr für mich eingesetzt und mir geholfen.
Am Montag darauf hatte ich das Gefühl, sie hätte mit meinem Gastvater über sein Benehmen geredet, der war nämlich garnichtmehr schlecht drauf und machte mir sogar mal ein Kompliment, was meine Arbeit anging.
Nun hat sich die Situation total entspannt, Hugues ist mit mir sehr zufrieden, wir haben auch einmal sehr lange "geplaudert", obwohl er auch zuhause in seiner Freizeit normalerweise immer telefoniert und mit dem Kopf noch bei Auktionen ist.

Das nächste Highlight war Francks Geburtstag, bei dem die Hälfte der Eingeladenen deutsch, die andere Hälfte französisch war.
Das war ganz lustig, denn nur Franck und ich waren imstande, beide Seiten gut zu verstehen, der Rest hat sich auf Englisch ausgetauscht, es waren aber auch ein paar französische Schüler von Franck da, die wirklich gut Deutsch sprachen. Und es waren sehr viele junge Leute, ich habe so viele nette Menschen kennengelernt, auch viele, die nur eine Straße weiter von mir weg wohnen und zu denen ich immer gehen kann, sollte irgendetwas nicht so kommen, wie es soll. Doch in der Hinsicht bin ich sehr zuversichtlich, die Familie erscheint nun perfekt für mich. :)
Mit Francks Geburtstag habe ich auch alle meine Wintersachen bekommen, die eine Bekannte aus Deutschland mitgebracht hatte, es war wie Weihnachten, um halb zwei in der früh noch Winterjacke, Winterschuhe, deutschen Tee und Erkältungsmedezin auszupacken!

Danach kam auch der Wintereinbruch und ich konnte die Sachen gut gebrauchen.
Es wurde schlagartig kalt wie in Deutschland, ich bin jedoch mit den Kindern trotzdem sooft es nicht geregnet hat, in den Park zum Spielen gegangen.
In dieser trüben Zeit habe ich mit Anika einen wundervollen DvD-Abend gemacht, mit Leader-price-Caramel-Popkorn von Franprix und Orgeuil et Préjugés ("Stolz und Vourteil"). Wir lieben die selben Filme und die gleiche Musik, das ist erstaunlich und so toll, jemanden wie sie gefunden zu haben, die noch dazu ganz in meiner Nähe wohnt!

Aber auch die anderen Freunde und Freundinnen wollen nicht vernachlässigt werden, heute Abend übernachte ich bei Linda, morgen ist eine Tagesfahrt vom Vij nach Versailles geplant, wo Musik- und Wasserspiele im Garten auf uns warten und am Sonntag gehe ich in den Kirchenchor, in dem ich das Durchschnittsalter erheblich senke und der am Ende des Jahres eine Fahrt nach Leipzig veranstaltet.
Lustig, ich gehe nach Paris, um im Sommer nach Leipzig zu fahren. :)
Dort werden wir bei einem Konzert singen, mal schauen, was das wird - on verra.

Die Kinder sind toll, manchmal so richtig schön zum Kotzen und dann wieder zuckersüß, aber alles in allem gehe ich jeden Abend mit einem guten Gefühl aus der Wohnung und freue mich, dass es den Kindern gut geht. :)
Jules ist manchmal schwieriger, er hat immer Phasen, in denen zwischen uns einfach Spannung in der Luft liegt und jeder Abstand vom anderen hält, aber das geht immer schnell vorbei, besonders wenn wir uns streiten (wegen ungemachter oder schludriger Hausaufgaben) und er eben den Kürzeren zieht, weil ich ja doch mit dem Satz "Keine Hausaufgaben - kein Park" am längeren Hebel sitze.
Vorgestern beispielsweise wollte er erst die Hausaufgaben nicht machen, bis ich ihn dazu gezwungen habe, dann wollte er sie mir nicht zeigen, bis ich ihn dazu gezwungen habe, und am Schluss musste er alles nochmal machen, weil einfach alles falsch bzw. unvollständig war.
Dazu hab ich ihn dann unter meiner Aufsicht in die Küche gesetzt, was aber schlussendlich doch geholfen hat, die Hausaufgaben waren einwandfrei am Schluss.
Abends hat er mir dann sogar ein Bild gemalt und mich gefragt, wie man <<saison>> schreibt, was bei ihm schon sehr bemerkenswert ist, da er sonst immer zu stolz ist, mich zu fragen.
Gestern Abend kam er dann zu mir und wollte unbedingt, dass ich mich neben ihn setze zum Hausaufgabenmachen, er wollte sehen, wie ich schreibe und war ganz begeistert von meiner Schreibschrift, wir haben die Hausaufgaben zusammen gemacht, ich habe ihm Tipps gegeben und alles hat super geklappt.
Dafür hat Alice wieder ziemlich geheult, weil ich wieder babysitten musste, obwohl das die letzten anderen male eigentlich immer super geklappt hat. Es ist nur schwierig, wenn die Eltern heimkommen, um sich wieder zu verabschieden. Wenn sie gleich ganz fernbleiben, ist es für die Kinder leichter.
Nachdem ich dann noch eine Liebeskomödie mit Julia Roberts angeschaut habe, von der ich nur die Hälfte verstanden hab, was nicht zuletzt daran lag, dass ich ja erst um viertel zehn eingeschaltet hab wegen der Kinder, hab ich mich schlafengelegt, um um halb eins wieder aufzustehen, um errfolgreich und zum ersten Mal Alice in den Schlaf zu singen. Sie hatte gehustet und ist aufgewacht, und um sie zu beruhigen, hab ich dann "fais dodo" gesungen, ein Schlaflied mit schönem Text, mit "Schlaf Kindlein, schlaf" zu vergleichen, nur eben viel schöner.
Der Text geht so:
"Fais dodo, Alice(Jules, Miriam je nachdem) ma petite soeur,
fais dodo, t'auras du lolo.
Maman est en haut, qui fait du gâteau,
Papa est en bas, qui fait du chocolat.
fais dodo, Alice ma petite soeur, fais dodo...."
usw usf.
Das Lied hat eine total schöne, beruhigende Melodie.

Beim Waffelnbacken war ich auch letzten Sonntag mit Linda, da ging irgendwie alles schief, mit ihr war ich auch in einem riesen Einkaufszentrum, dem "Forum des Halles", leider waren wir Samstags da, es war der Horror, halb Paris ist in dieses Einkaufszentrum gestürmt!
Das Architekturmuseum in meiner Nähe ist klasse, der Audioguide auf französisch war allerdings etwas schwer verständlich. ;)

Alors, das wars für dieses Mal, ich mach mir jetzt deutschen Tee und geh mein Bettzeug waschen,
Bisous!

Montag, 19. September 2011

...und ich kann endlich das Wort "Yaourt" aussprechen!

(was übrigens soviel wie Joghurt heißt)

Es ist Montag und somit geht wieder die wöchentliche Arbeit los - allerdings erst um halb fünf abends. :)

Die letzte Woche war anstrengend, ich hab mir eine Erkältung von "meinen" Kindern eingefangen, die am mich am Dienstag so richtig schön fertiggemacht hat. Dienstagabend war auch das erste große Au-Pair-Treffen in einem Christus-Kirchen-Gemeindesaal, war nichts Spektakuläres, aber vielleicht werd ich sonntags alle zwei Wochen mit Linda dort Waffeln backen (den Gottesdienst davor muss man nicht besuchen, wir sind wirklich nur für die Verpflegung zuständig), für die Mädels, die da am Meisten Waffeln gebacken haben, wird am Ende des Jahren nämlich eine Fahrt sozusagen "gesponsert".

Ich hab das Treffen auch relativ schnell wieder verlassen, es wurde trotzdem zwölf, bis ich daheim war, und am nächsten Tag (Mittwoch) musste ich ja früh raus und mich den ganzen Tag um die Kinder kümmern.
Es war letzten Mittwoch ganz schön, das Wetter war toll und ich konnte die Kinder mit Karussellfahren und einem Eis bestechen. ;)
Am Donnerstagabend musste ich Babysitten, das war mit der Kleinen etwas anstrengend, sie hat ziemlich viel geweint und wollte, dass ihre Eltern heimkommen.
Schließlich hab ich die Kinder doch noch heil und gerade so noch nicht zu spät ins Bett gebracht (mit einer ewig langen Barbar-Geschichte, die meine angeschlagene Stimme völlig ruiniert hat) und hab es mir danach mit einem Buch und viel Tee im Sessel im Wohnzimmer gemütlich gemacht.
Leider dachte ich, dass ich nicht einschlafen dürfe, falls etwas sei, also hab ich wirklich bis zur Erschöpfung um halb eins gelesen und mich dann doch auf die Couch gelegt und bin eingeschlafen.
Um halb zwei kam dann Nathalie heim und hat mich erlöst. ^^
Der nächste Tag sollte auch eher meiner Genesung und dem Ausschlafen gewidmet sein, zumindest bis Linda anrief und mich fragte, ob wir bei dem schönen Wetter zur Sacre Coeur fahren wollten.
Unglücklicherweise war ich gerade in einem weit entfernten Carrefour und kaufte ein.
Ich hab mich also beeilt, zur Kasse zu kommen, bei der allerdings drei Omis mit voll bepackten Einkaufswägen vor mir standen, die mich - die ich gerade mal eine Packung Zahnbürsten, eine Thermoskanne und Zahnpasta hatte - natürlich nicht vorließen. Da nicht nur die Omis, sondern auch das französische Verkaufspersonal unheimlich schnell waren, kam ich nach einer dreiviertelstunde endlich aus diesem Carrefour raus. Schließlich sind wir dann aber doch noch nach fünfmaligem Umentscheiden zur Sacre Coeur gefahren und haben uns dort jedoch wegen Zeitmangels nur die Touristen-Einkaufsgasse angesehen.
Ich hab wieder viel zu viel gekauft. :)

Dieses  Wochenende waren die <<journées de patrimoine>>, also in etwa Nationalfeiertage, an denen einmal im Jahr Museen kostenlos und Sachen wie die <<Assemblée Nationale>> (= frz. Reichstag) für die Allgemeinheit geöffnet sind.
Wir waren auch in der <<Assemblée Nationale>> am Samstag in der früh, danach sind wir zu mir gefahren, ich habe Linda und mir Rührei mit Schinken gemacht, und danach sind wir ins <<Musée du vin>>.
Das war zum Glück kostenlos, denn die Ausstellung war etwas dürftig und vom Weinmachen haben wir dank tausender Fachbegriffe auch kein Wort verstanden. :D

Abends sind wir zu Linda gefahren, haben noch zufällig Michèl auf der Straße aufgegabelt, haben uns Kekse und Abendessen (Erbsen und Karotten!) gekauft und sind zu ihr, Teetrinken, Kekseessen und Filmschauen.
Ein sehr gelungener Tag! :)

Gestern früh haben wir mit Lindas Famille d'accueil die pariser Kanalisation besichtigt, war eine ganz tolle Ausstellung, es soll manchmal etwas gestunken haben, doch dank meinem Schnupfen hab ich davon nichts gerochen. ;)
Wir haben noch an Dianas Unfallstelle vorbeigeschaut, weil die Brücke gleich da war und eh auf unserem Weg zu Métro lag...

Danach war ich das erste mal in einem pariser McDonalds, kein Unterschied zum deutschen, außer dass es etwas teurer ist.
Wir wollten eigentlich auf einen Flohmarkt, der war in einem etwas zwielichtigen Viertel und hat sich schließlich nicht als Flohmarkt, sondern eher als türkischer Tshirt-und-gefälschte-CDs-Handel herausgestellt und daher sind wir auch nicht sonderlich lange dort geblieben.
Abends hab ich mir eine Rataouille, mit Käse überbacken, gemacht, die ist superlecker und mir bleibt auch noch etwas für heute mittag (und wies aussieht auch noch für heute abend).
Ich hab mich auch schon an der frz. Bank-Internetseite versucht, komm damit aber irgendwie nicht zurecht und muss wohl mal Nathalie oder Hugues um Hilfe fragen...

Morgen früh versuchen Linda und ich uns wohl mal an einem pariser Schwimmbad. :)

Bisous, hier ist immer was los, votre Miri!

Mittwoch, 7. September 2011

Two Worlds - One Family

die Überschrift beschreibt es ganz gut. :)
Die letzte Zeit war nicht einfach, nicht grässlich oder <<horrible>>, aber auch nicht immer spaßig und wunderschön.
Jules kam letzte Woche Dienstag heim und die Woche war wirklich sehr sehr stressig.
Da beide Kinder noch Ferien hatten, hieß es für mich wirklich arbeiten von acht Uhr morgens bis neun Uhr abends.
Jules war auch nicht einfach, er braucht strikte Regeln und da ich noch sehr unsicher war und es mir nicht gleich mit ihm verscherzen wollte, war die Anfangszeit mit ihm nicht leicht. Er mag Au-Pairs schon allein der Arbeit wegen nicht, weil das ja bedeutet, dass seine Eltern nicht wirklich viel Zeit für ihn haben.
Also war das ein bisschen ein Kampf, mit wirklichen Attacken und Auseinandersetzungen, aber auch mit vielen klärenden Gesprächen und Erkenntnissen.

Nun läuft es besser, wie es wohl so heißt: Aller Anfang ist schwer...
Alice kuschelt nun mit mir und Jules benimmt sich und wir reden sehr gerne miteinander, ich lasse mir gern Begriffe erklären und er möchte viel aus Deutschland wissen und wie es bei mir zu Hause so ist. :)

Montag habe ich beim ersten Zusammenkommen meiner Organisation schon viele tolle Leute kennengelernt und wir sind nach dem Treffen auch gleich losgezogen, Paris Langues (meine Sprachschule) zu inspizieren.
Wir waren zu viert: Joana, die im selben Arrondissement wie ich wohnt, Linda, mit der ich gestern bei der Schule die Voreinschreibung gemacht habe, und Michèl aus Berlin, ein jeune garcon au pair.
Die Einschreibung ist nun doch etwas kompliziert, ich hoffe, dass Linda und ich es schaffen, morgen endlich den Sprachtest zu machen.
Nach der Inspektion waren wir noch in einem hübschen Dönerladen etwas essen, das in unserer Preiklasse lag. ;)
Morgen gehe ich mit Joana etwas essen, mal schauen, ob wir etwas Hübsches und günstiges finden- wenn wirklich, ich hab ja nun das Running-Sushi neben meinem Appartement entdeckt. :D

Nun ist die Schule für die Kinder losgegangen, über was ich eigentlich ganz froh bin, die letzte Woche war einfach immer Mittwoch für mich.
Das ist so, weil mittwochs die Kinder in Frankreich keine Schule haben und ich mich - wie heute auch - den ganzen Tag um sie kümmere. Eine ganze Woche lang verlangt einem das schon Einiges ab...

Heute war ein lustiger Tag...
Alles lief irgendwie chaotisch und ich war irgendwie etwas neben der Spur.
In der früh sollte ich mit den Kindern Passbilder für die Schule schießen, auf denen sie glücklicherweise lachen durften.
Das war schon super, erst einmal haben wir den Automaten im Einkaufszentrum nicht gefunden und sind ewig mit dem Aufzug hoch und runter gefahren, dann hab ich mit Jules ein falsches(großes) Bild geschossen, für das ich fünf Euro in den Automaten gesteckt hatte, als mir auffiel, dass der kein Rückgeld gibt. :(
Gut, drei Euro umsonst gezahlt.
Weiter gings damit, dass der Automat wirklich nur 5-Euro-Scheine nimmt und ich nur noch einen Zwanziger hatte.
Also Aufzug wieder hoch, Geld gewechselt, Aufzug wieder runter.
dann schließlich doch noch die richtigen Bilder geschossen.
Danach sind wir in den Park. Als wir wieder daheim waren, wollte Jules unbedingt seinen dreckigen(!) Ball mit in die Wohnung nehmen, was ein riesiges Theater gab und wobei ich wirklich sauer wurde.
Also, Ball weggesperrt und Cityroller für den Park für heute verboten.
Dann hab ich Mittagessen gemacht, bei angespannter Stimmung wurde dann gegessen.
Danach macht Alice normalerweise Mittagsschlaf, also Alice ins Bett gebracht, Jules für eine Stunde vor den Fernseher.
Seh ich eine SMS von Nathalie: Alice heute zum Mittagsschlaf keine Windel anziehen, da es die in der Schule auch nicht gibt. Wär kein Problem gewesen, sie hätte eh keine angehabt, hätte ich die SMS beim ersten Lesen gleich richtig verstanden.
So hab ich gedacht: "Oh heute kein Mittagsschlaf für Alice, weil es sowas in der Schule auch nicht gitb" (ich kannta das Wort für Windeln nicht.)
So, super, Alice aufgeweckt, sozusagen aus dem Bett geworfen, mit Jules vor den Fernseher gesetzt.
Glücklicherweise war meine Armbanduhr kurz stehengeblieben und ich hab die Uhrzeit mit dem Handy überprüft. Hab die SMS nochmal gelesen - Mist...
Alice wieder ins Bett verfrachtet. :D
Wenig später war sie wach und wir sind wieder in den Park getigert.
Das Rollerverbot für heute hat allerdings wenig gebracht, denn im Park war ein sehr netter Junge, der Jules seinen Roller zur Verfügung gestellt hat grrrrr....
Waren wir eine halbe Stunde im Park, fiel mir ein, dass ich vergessen hatte, die Wäsche in den Trockner zu tun, die schon längst fertig war.
Also, Kinder gepackt, ab nach Hause - Wäsche in Trockner - Alice wieder die Schuhe, derer sie sich erfolgreich entledigt hatte, wieder anziehen - zurück in den Park.
Dann war das Chaos glücklicherweise zu Ende. :)

Im Park hab ich dann noch meine Freundin Anika, ein Au Pair einer anderen Organisation, getroffen und ein sehr nettes älteres Franzosenpärchen, die eine gemischte Familie haben und auf die zweisprchig(dt/frz) aufwachsenden Söhne (Jean-Claude und Karl!) aufpassen.

Nach dem Park hab ich noch die Kinder gebadet/ geduscht und dann Nudeln für alle gemacht, was beides sehr sehr schön geklappt hat.

Nun bin ich saumüde und geh ins Bett. :)

Bisous, votre Miri

Montag, 29. August 2011

Les différents entre Paris et la campagne

Das Wochenende ist sozusagen passé und nun kommt ein neuer Post.

Am Wochenende sind wir zu unserem <<Ferienhaus>> gefahren, das mitten im riesigen Landgut von Hugues steht und eher als Herrenhaus bezeichnet werden könnte.
ja, ich muss sagen, es ist schon sauschön auf dem Land in der Normandie.
Unser Landgut liegt übrigens nahe eines Touristendorfes namens <<Beuvron en Auge>>, das nur aus Fachwerkhäusern besteht.
Auf Französisch heißt der Stil übrigens <<Colombage>>.
Freitagabend haben wir uns noch bei ein wenig Wein und einem guten Buch bis um halb zwölf vor dem riesigen Kamin entspannt und die Ruhe genossen.
Am Wochenende habe ich Sendepause und so hab ich mich in der früh auch gleich aufgemacht, den enorm großen Garten mit seinen ca zwanzig Apfelbäumen zu erkunden.
Hugues hat mir Stifeletten in meiner Größe gegeben, da es etwas matschig war.
Er hat in der campagne vier weitere Autos stehen, sein Hochzeitsauto, ein blauweißes Cabriolet und unter anderem mein Lieblingsauto, ein uraltes rotes Gerät, mit dem man ca einen halben Meter über dem Boden fährt und das keine Scheiben hat. Die Gangschaltung ist auch sehr gewagt. :)
So stand ich dann am Morgen am Gartenzaun und hab die Pferde angesehn, als Hugues mit oben genannten roten Auto kam und mich auf eine kleine Tour mitnahm.
Wir sind einmal quer über eine riesige Weide gebrettert, die er erst vor kurzem erstanden hat und die er sich einmal ansehen wollte.
Mit Emilie, eine seiner zwei Angestellten (der andere Angestellte ist Olivier), haben wir ein bisschen die Weide aufgeräumt, Steine und große Äste entfernt. Danach hat er mit auf einer anderen, noch größeren Weide die tragenden Pferde gezeigt, er züchtet sie.
Zu Mittag waren wir bei Freunden eingeladen, die hatten zwei ältere Söhne und waren alle sehr sympathisch.
Die hatten in ihrem Garten, der unserem nicht unähnlich war, einen Bouleplatz, auf dem wir auch gleich gespielt haben.
So ein Ding ist schon ziemlich geil, das perfekte Spiel, wenn man Gäste hat. Sollte mein eigener Garten einmal groß genug sein, leg ich mir auch so einen Platz zu.
Danach hab ich noch die Söhne im Kicker besiegt, während die anderen Erwachsenen Dart spielten.
Am nächsten Tag waren die Nachbarn bei uns eingeladen (also diesmal andere <<Freunde der Familie>> :D), die hatten einen Sohn in Alice' Alter.
Aus der Campagne habe ich mitgenommen/ mitnehmen dürfen:
- Die Sehnsucht nach Pferden
- Die Lehre, sein Waschzeug und den Schlafanzug das nächste Mal besser nicht zu vergessen
- Entspannung
- viel Besteck/ Gläser/ Teller
- viele neue und tolle französische Bücher
- den Anblick von fünf Regenbögen auf einmal, das Wetter dort ändert sich ständig und extrem

Heute war Alice krank und wenn sie nicht geschlafen hat, hat es Knatsch gegeben. :)
Morgen Abend kommt Jules heim, ich bin schon sehr gespannt!

Und zum Abschluss: der geile Pool vom Ferienhaus

Bisous

Dienstag, 23. August 2011

les clichés

Typisch Französisches, dass es hier zu erleben gibt:

- Hugues trinkt seinen Tee morgens aus einer Schale, in die er sein Croissant eintaucht

- Schalen mit zb Tee oder sonstigen Nahrungsmitteln werden zum völligen Entleeren nicht gekippt

- Abendessen gibt es von schätzungsweise 9 Uhr bis 11.30/12 Uhr

- fast alles, was man so an Werbung in den Straßen sieht, ist auf Französisch, auch Kinofilme wie "Final Destination" (alors au métro, on peut lire <<destination finale>>)

- in den Straßen hängt oft die Tricolore

- zum Abendessen trinkt man  - was sonst - Wein und isst Baguette, Tarte etc...

- in den Läden läuft ausschließlich französische Musik (obwohl ich ergänzen muss, dass vorgestern im Monoprix "Cecilia" von Simon & Garfunkel lief)

- es gibt kaum Dicke. Die einzigen Dicken sidn asiatische Männer.

- Das wichtigste Klischee von allen:
             Die Bisous.
Anfangs ist es gewöhnungsbedürftig, wildfremden Männern, die Freunde der Familie sind, zweimal am Tag die Wangen zu küssen, aber man gewöhnt sich ja an alles. ;)

- Die Frauen sind sogar auf dem Spielplatz geil angezogen und haben selbst nach dem dritten Kind nicht zugenommen

Montag, 22. August 2011


le cup du monde au foot des SDF ;)

 Ma chambre de bonnes
 le pétrole ici c'est très très cher...
 Robin vom Holz.
 la Tour Eiffel hier.
la Seine près de mon appartement.

Zuhause bei Rousseau

Bonsoir mes amis,

es ist schon etwas spät, dager werde ich mich so gut es geht kurz fassen und evtl morgen noch Dinge ergänzen. :)
Nachdem ich gestern um drei Uhr morgens aufgestanden bin, um mit meiner Mami rechtzeitig nach München und zum Flug zu kommen - und nachdem alles glatt ging -, hat mich meine famille d'accueil vom Flughafen abgeholt.
Sie waren zu dritt, Hugues, Nathalie et Alice, Jules ist in einem Feriencamp von der Schule aus und wird erst in einer Woche wiederkommen.

Nachdem ich mein Zimmer gezeigt bekommen hatte haben wir etwa um drei zu Mittag gegessen und ich durfte mich anschließend ein wenig ausruhen, wobei ich in der Zeit, in der ich eh nicht schlafen konnte, meinen riesengroßen Koffer ausgepackt habe.
Mein Zimmer ist wirklich sehr schnuckelig, der einzige Nachteil - wobei es mich nicht wirklich stört, weil ich eh tagsüber nicht drin bin - ist, dass es über den Tag dort sehr warm wird, weil es ja im siebten Stock ist.
Nachdem ich mich ein wenig ausgeruht hatte, machten wir einen großen Spaziergang, zum etwa zweihundert Meter entfernten Tour Eiffel und darüber hinaus, ich habe die Schulen und die Kinderkrippe von Alice gezeigt bekommen.
Dabei hat Hugues im Park beim Tour Eiffel reife Haselnüsse bemerkt, und nun esse ich jeden Tag Haselnüsse vom Eiffelturm. :D
Danach aßen wir zu Abend, ein typisch französisches dîner, wenn auch nicht annähernd so typisch wie das von heute (aber dazu später). Das heißt Baguette, Fromage (Käse), du poisson (Fisch), du gâteau (Kuchen), des petits pâtes (Pasteten) et des fruits (siehe: Englisch). danach bin ich so gut wie tot ins Bett gefallen ;)
Heute Morgen nach einem reichhaltigen Frühstück brachte ich zusammen mit Nathalie Alice in die Krippe, danach hatte ich bis zum Nachmittag frei.
Also hab ich Paris ein wenig à pied und auf eigene Faust erkundet, bin runter zum Tour Eiffel und ein bisschen weiter, hab beim Fußball Weltcup der Obdachlosen zugeschaut, viele Fotos gemacht, gespendet (jaa ich hab mich bequatschen lassen...), mich verlaufen und ein bisschen Smalltalk mit Restaurantbesitzern (die meist mit einer dicken Zigarre vor ihren Restaurants warten) betrieben.
Danach habe ich mithilfe von Maria, einer Afrikanerin, die gegenüber von mir auch ein chambre de bonnes bezogen hat und ca fünf Jahre älter ist als ich, auf meinem Laptop Internet installiert und gleich ein bisschen mit Kathi geskypt. Nebenbei habe ich meine ersten französischen Spaghetti gekocht.

danach ging in die crèche (Krippe) um alice abzuholen, Nathalie war heute auch noch dabei und hat mir ein paar Parcs gezeigt, in die ich mit ma petite chérie spielen gehen kann.
Also sind wir auch gleich dort geblieben, Nathalie musste wieder zur Arbeit.
Alice hat viel gespielt und irgendwann gabs dann einen riesen Tränenausbruch, weil sie hingefallen war.
Auf dem Rückweg nach Hause war sie immer noch knatschig, aber da war eine sehr nette Frau, die ihr einen Schlüsselanhänger mit Tinkerbell geschenkt hat, da war sie wieder glücklich, beim Baden später war die Stimmung sowieso super, sie liebt einfach Wasser.

Danach hab ich ihr noch ein bisschen was vorgelesen und dann kam auch schon Hugues heim, hat ihr ein paar Nudeln gekocht und sie vor den Fernseher gesetzt (da ist sie sowieso ein Engel, Heidi hat auf Französisch eine richtig nervig hohe Stimme.) Später kam ein Freund von Hugues zu Besuch, da gab es wieder ein wenig Knatsch, weil Alice nicht einsehen wollte, dass ihr Papa leider momentan keine Zeit für sie hat und langweilige Gespräche über Politique und les affaires mit seinem Freund führen will.
Aber dann hat sie sich doch überreden lassen, etwas mit mir zu lesen (Nathalie war auch schon wieder daheim) und danach gings ab ins Bett. :)
So, dann kam das mehr als typische französische dîner, wir haben Gemüse-Tarte gegessen, du fromage, baguette, de la salade, des noix et du glace (Eis). Nach ca 3 Stunden gabs dann um halb zwölf noch einen Espresso (café), danach hat mir Nathalie noch ein paar Sachen (das meiste zum Essen) für ma chambre gegeben und wir haben die métro-Pläne angeguckt.
Morgen möchte ich nämlich nach dem Aufstehen (ich muss morgen erst um vier Uhr für Alice da sein) zum Vij-Büro, das ist meine Organisation, ein paar Formulare abliefern und <<Bonjour>> sagen.
Ich brauche auch noch etwas Tee, hier gibt es nur du thé und das ist ausschließlich schwarzer Tee :)
Alles in Allem lernt man das Zuhören wenn man sich nur noch auf Französisch unterhält, Hugues spricht ein wenig schnell und Alice ein bisschen undeutlich, aber mit Nachfragen versteh ich dann doch das Meiste.
Außerdem trainiert man sein Gedächtnis, ich habe ca 8 Schlüssel allein für die Wohnungen von mir und von der Famile, und drei Zahlencombies für alle möglichen Eingangstüren. :)

Jetzt werd ich noch ein wenig aufräumen, meine Nahrungsmittel, die ich gerade von Nathalie bekommen habe.
danach werde ich ein wenig <<dodo>> machen, also dormir, schlafen.

Ich schau noch, ob ich ein paar Bilder hochladen kann, à bientôt,

Bonne nuit et bisous, votre Miri

Freitag, 19. August 2011

Übermorgen

Die Spannung steigt, in die Vorfreude mischen sich auch andere Gefühle, wie etwa die Sehnsucht nach einem Zuhause, das man nicht verlassen muss, sowie das bisschen Angst, den Erwartungen nicht gerecht zu werden.
Alles in Allem ein wenig eine Zerissenheit. :)

Das Kofferpacken war ein Desaster.
Die zwei Waagen, die wir hatten, zeigten jedes Mal, wenn man den Koffer nur ein bisschen verrückte, ein anderes Gewicht und immer war es zu schwer.
Also Umpacken - Wiegen - Sich über das zu schwere Gepäck ärgern - Umpacken - Wiegen und so weiter und so fort...
Nun ist es meiner Mami und mir egal und wir lassen uns am Flughafen überraschen.

Es fällt mir schwer, mich von den Leuten zu verabschieden, ich möchte garnicht erst an die Verabschiedung von Mami übermorgen denken. :(
Das Zimmer ist aufgeräumt, die Musik auf meinem Laptop erweitert, alle Dinge, die man aufladen muss (iPod, Handy, Laptop, Digicam), sind aufgeladen, alles fertig.

Der nächste Post kommt aus Frankreich! :)
Bisous, votre Miri

Mittwoch, 13. Juli 2011

Die Vorbereitungen laufen...

Sooo....
Nun ist es doch sozusagen ein Endspurt, auch wenn ich mir mit den Vorbereitungen momentan ordentlich Zeit nehme und das gerade gemütlich angehe.
Meine Familie hab ich schon, somit ist die wichtigste Hürde zwar überwunden, damit tun sich aber auch neue Aufgaben auf, wie zum Beispiel Gastgeschenke, Versicherungsfragen etc. ...
Momentan mache ich noch ein Praktikum an der Grundschule, damit es, wenn ich gesund und munter wieder heimkomme, nicht zu spät ist, um das zu machen und ich dann beruhigt ins Studium einsteigen kann.
Meine Gastfamilie hat ihre Wohnung direkt neben dem Eiffelturm, ich werde im siebten Stock darüber wohnen und von meinem Fenster aus das Stahlmonster sehen. :)

Ich halte euch auf dem Laufenden, bisous :)