Samstag, 5. November 2011

le pays des merveilles

Meine fünftägigen spontanen Ferien sind um und nun ist schon wieder Wochenende. :)

Meine Schulferien und die der Kinder sind um, in der ersten Woche musste ich wie sonst durchschnittlich arbeiten, nur war alles etwas chaotischer.
Montag war der dritte Geburtstag der Kleinen, ich musste zwar den ganzen Tag arbeiten und hatte mich schon auf ein riesen Halligalli eingestellt, aber es hielt sich glücklicherweise sehr in Grenzen, es stürmte keine wilde Kinderhorde ins Haus, wir spielten zu dritt, machten Gemälde mit getrockneten Blättern und gingen in den Park. Am Nachmittag nach der Siesta waren wir wieder im Park und haben ein Geburtstagsgeschenk ausprobiert, nämlich einen Drachen, der übrigens auf französisch "Fliegender Hirsch" heißt.
Der flog mangels Wind nicht wirklich hoch, man musste ständig mit dem Ding wie ein Verrückter im Park herumrennen, aber das hat zu meiner Erleichterung Jules übernommen, dem das total Spaß gemacht hat und der danach auch dementsprechend fertig war. ;)

Dienstag waren die Kinder in einer Ferienbetreuung, Jules ist mit der "Organisation" ins Kino gegangen, ich musste die Kinder also sogar erst eine Stunde später abholen als gewöhnlich in der Schulzeit, also um halb sechs abends. Da bin ich mit ihnen noch ein wenig in den Park gegangen und dann etwas verspätet nach Hause, weil die Kinder einfach so schön mit ihren Freunden gespielt haben.
Mittwoch war ich wieder den ganzen Tag beschäftigt, was aber wirklich einfach verlief, das Aufpassen auf die Kinder ist schon fast keine Arbeit mehr, man macht es gerne, ich bin mit ihnen viel an der frischen Luft (soweit die Luft in Pariser Parks frisch sein kann ;) ) und sie hören auf mich.
Donnerstag waren die wieder im Feriencenter und Freitag bis nach dem Mittagessen, Alice hat daheim Mittagsschlaf gehalten und danach waren wir - was für eine Überraschung - im Park.

Bis Freitagabend war es noch nicht sicher, ob ich mit aufs Land fahre oder nicht, eigentlich wollte ich mal wieder mit, da die Familie diesmal 4 Tage am Stück fuhr wegen der Ferien und die Abgeschiedenheit dort sehr günstig gewesen wäre, um mal die ganzen Hausaufgaben für meine Sprachenschule zu machen. :>
Da aber nicht sicher war, ob Freunde der Familie kämen, die dann mein Zimmer zum Übernachten gebraucht hätten, und da ich für mein Exposé Internetzugang brauchte, hab ich mich entschieden, in der Stadt zu bleiben.
Eine unheimlich gute Entscheidung!
Ich habe nicht nur meine Hausaufgaben bewältigt, sondern auch meine Ferien so richtig genossen:
Ich war mit Freunden samstags in einem schnuckeligen kleinen Theater, in dem ein kurzes Musical aufgeführt wurde. Die Geschichte über eine Autobahn war zwar nicht der Wahnsinn, dafür aber die Lieder und die Stimmen der Sänger und Sängerinnen, die ich aus nächster Nähe in der ersten Reihe genießen durfte.
Danach waren wir noch in einer kleinen Bar am A... von Paris weg, in der der Pastis nur 2 Euro (das ist garnichts!!) gekostet hat. Es liefen zwar immer die zwei gleichen Lieder in der Bar, mit Abwechslung hatte es der Inhaber wohl nicht so, dafür war es aber trotzdem schön, wir haben auch Erdnüsse dazubekommen - Nüsse sind unglaublicher Luxus in Paris - und die Stimmung war einfach total entspannt.
Sonntag war ich im Marinemuseum, was leider sehr theoretisch und technikfixiert ist, was aber nicht schlimm war, da ich als EU-Bürger unter 26 Jahren eh kostenlos reinkam, nachmittags  kam meine Freundin zum Filmschauen, danach sind wir ins Kino in Les Aventures de Tintin, schön animiert, der Anfang ist super, allerdings hat man das Gefühl, Spielberg hätte sich ein wenig übernommen, indem er die Comics mischt, die Hälfte der Kriminalfälle kratzt er nun an, schafft es aber nicht, sie aufzulösen, und der Schluss ist daher etwas gehetzt und hingeklatscht.
Dafür war das Kino total super, normale Filme am Wochenende für 4,20 Euro, für 3D zahlt man zwei Euro drauf, und wer noch keine Brille hat, kann die für nen Euro dazukaufen. Also alles in allem 7 Euro für einen brandneuen Kinofilm in 3D.
Montag habe ich mein Exposé fertig gemacht und abends gefeiert, dienstags war ich zum ersten Mal in meinem Leben Golfspielen und habe den Tag mit Gladiator und gutem Käse zum dîner ausklingen lassen.
Eigentlich hieß es, ich müsste am Mittwoch Vollzeit arbeiten, allerdings hat sich die Familie entschieden, noch einen Tag länger in der campagne zu bleiben, was mir noch einen Ruhetag beschert hat, den ich wirklich nur in der Bibliothek und lesend in meinem Zimmer verbracht habe.
So war Donnerstag mein erster Arbeitstag nach langem und auch für mich der erste Schultag nach den Ferien, und gestern habe ich Vormittags ein Blumenmuster für meinen Schrank entworfen und bis zu meiner Arbeitszeit am Nachmittag daran gearbeitet. Ich habe nun für drei Wochen mindestens genug von Filzstiften. :P


So, nun ist wieder Wochenende, wie herrlich, ich trinke Tee und lese mein wundervollstes Buch bis jetzt:
Der Pferdeflüsterer auf französisch (L'homme qui murmurait à l'oreille des chevaux), für 1,50 Euro gekauft, es ist einfach wundervoll und gut verständlich geschrieben.

Da es anfangs hieß, ich müsste heute abend Babysitten, habe ich nichts geplant heute und bin immernoch am Überlegen, ob ich nicht irgendwas anschauen oder einfach einen faulen Tag zuhause verbringen sollte. Der Laden mit den günstigen 20-Cent-Büchern (von dem ich auch den Pferdeflüsterer und Gladiator auf französisch für 3,50 Euro herhabe) würde mich reizen, aber ich habe doch schon soviele Bücher und sowenig Platz und Geld. :>

Bisous, votre Miri

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